„Lebensfeldzentrierte Wohngemeinschaft“ – Hof Gersmeyer –

Bei der Konzeption unserer Wohngemeinschaft für vier junge seelisch behinderte Menschen, eingebettet in ein vollstationäres Wohnheim (Wohnheim „Hof Gersmeyer“ LT 3.2.1.1), ließen wir uns davon leiten, dass es in den letzten Jahren eine Reihe wissenschaftlicher Veröffentlichungen sowie Stimmen auf politischer Ebene gab, die das bisherige Versorgungssystem bemängelten und neue, innovative Ansätze in der Eingliederungshilfe fordern.

Mit dem neu entstehenden Versorgungselement „Lebensfeldzentrierte Wohngemeinschaft“ sollen durch gezielte und für diesen Personenkreis speziell erarbeitet Eingliederungsmaßnahmen, die Vorraussetzungen für ein Wohnen außerhalb einer Institution eröffnet und die Möglichkeit der Entlassung geschaffen werden. Gerade für jüngere seelisch behinderte Menschen werden so lebenswerte Perspektiven geschaffen.

Trotz der anfänglichen schwierigen Situation und der bedingt vorhandenen Ressourcen der Bewohner soll die lebensfeldzentrierte Wohngemeinschaft keine Langzeitversorgung darstellen, sondern vorübergehend den Betroffenen einen Lebensraum anbieten. Mit der Zielerreichung weitestgehender Selbständigkeit in der täglichen Lebenspraxis sind die BewoherInnen aufgefordert, ihren eigenen Beitrag durch Hilfe zur Selbsthilfe zur Wiedererlangung eines zufrieden stellenden Lebens zu leisten.

In enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Leistungsträgern wird so eine Clearingsituation geschaffen, die es den behinderten Menschen und den anderen Beteiligten erlauben, eine fachlich fundierte Perspektive zur Planungsgrundlage der weiteren Hilfen zu erstellen. Zudem können durchgeführte Maßnahmen hinsichtlich der Zielerreichung evaluiert werden.

Die Betreuungsphasen

Die Betreuungsphasen der BewohnerInnen im Rahmen von Maßnahmen der Eingliederungshilfe nach dem §§ 53, 54 SGB XII gliedert sich im Wesentlichen in drei Abschnitte.

Der Prozess der Ablösung und Integration, wird über den gesamten Zeitraum hinweg durch die Mitarbeiter handlungsorientiert unterstützt. Ferner wird realisiert, dass die BewohnerInnen im Anschluss an die Ablöse- und Integrationsphase durch die trägerinterne „Ambulante Assistenz“ mit dem Zeitpunkt der Beendigung der vollstationären Eingliederungshilfen nicht auf sich allein gestellt bleiben, sondern eine Nachbetreuung erhalten können, um den Erfolg der Eingliederungshilfen langfristig zusichern. Zusätzlich bietet der Einrichtungsträger Arbeits- und Beschäftigungsmaßnahmen und niederschwellige Angebote an, um den Bereich der Nachsorge umfassend zu gestalten.

Der Bewohner wird aus den Einrichtungshilfen entlassen, wenn er mit Unterstützung der Einrichtung ein soziales Umfeld gefunden hat. Auch in Belastungssituationen soll ihm weiterhin Schutz und Unterstützung geboten werden.

Aufenthaltsdauer

Die Dauer der Durchführung von Eingliederungshilfen richtet sich nach den Besonderheiten des Einzelfalls.

Grundsätzlich besteht innerhalb der Einrichtung die Möglichkeit, durch verschiedene auf den Betroffenen abgestimmte Maßnahmen, den Betroffenen soweit zu stabilisieren, dass er im beschützten Rahmen einer Einrichtung leben kann.

Darüber hinaus bietet die lebensfeldzentrierte Wohngemeinschaft die Möglichkeit, sich mittel- oder längerfristig auf ein Leben außerhalb der Einrichtung vorzubereiten bzw. den Zugang zu ermöglichen.


>> Grundriss der Lebensfeldzentrierten Wohngemeinschaft (pdf,334kb)


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